Gesundheit 05.07.2011
Feinstaub macht dumm und ängstlich
Davon zeigen sich Forscher aus den USA im Fachblatt "Molecular Psychiatry" überzeugt. Die Wissenschaftler hatten vermutet, dass Feinstaub nicht nur Herz und Lunge angreift, sondern auch das Hirn. Sie ließen daher Versuchsmäuse monatelang Partikel geschwängerte Luft atmen. Danach mussten die Tiere Lernaufgaben lösen und Angstsituationen bestehen - wobei sie fast immer schlechter abschnitten als Tiere, die saubere Luft atmen konnten. Eine Untersuchung der Hippocampi jener Tiere zeigte, dass die Nervenzellen weniger Dornfortsätze hatten. An den Dornfortsätzen sitzen die Synapsen und übertragen Signale. Die Forscher führen das auf Feinstaub-Partikel zurück und ziehen den Schluss, dass diese Partikel auch das Hirn schädigen. Seit 2005 gilt für die Städte Europas ein EU-weit einheitlicher Grenzwert für Feinstaub von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser darf nicht öfter als 35 mal pro Jahr überschritten werden. Seit dem 11. Juni 2011 müssen die Städte mit Strafgeldern rechnen, wenn diese Grenze überschritten wird. [gä]
(Quelle: In:Molecular Psychiatry, 5.7.2011, DOI 10.1038/mp.2011.76)
http://www.dradio.de/dlf/meldungen/forschak/1497907/