Chemie in Kleidung

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Beitragvon futzi » Mittwoch 18. November 2009, 11:54

Hallo zusammen, ich hab seit ca 10 Jahren MCS, eigentlich reagiere ich auf wenige Substanzen empfindlich, aber momentan ist es so, dass ich seit einigen Jahren keine Kleidung mehr finde, die ich vertrage. Genauer gesagt, das fing 2006 an und ich werde immer verzweifelter, da ich auch die Ökolabels ausprobiert habe und sich überall die gleichen Beschwerden (Frieren, Durchblutungsstörungen, Hautverschlechterung, Äderchen platzen im Gesicht, Taubheitsgefühle in Fingern und Beinen, Kopfschmerzen, Herzschmerzen, Schmerzen auf den Bronchien) einstellen.
Es ist natürlich nicht rauszufinden, auf was ich reagiere, da ja mehrere 1000 verschiedene Chemiekalien in der Textilproduktion eingesetzt werden und man nie weis, welche in welchem Kleidungsstück drin sind.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder hat jemand Tips die mir helfen könnten
futzi
 

Chemie in Kleidung

Beitragvon Clarissa » Mittwoch 18. November 2009, 12:15

ökotex-siegel sagt nicht aus, dass das schadstofffrei ist. da solltest du wirklich BIO-Kleidung kaufen.

PS ich vertrage keine Naturfasern, ich trage seit über 15 Jahren nur Synthetiks.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Anna-Lena » Mittwoch 18. November 2009, 14:02

Manche MCS-Erkankte vertragen Bio-Baumwolle noch schlechter als konventionell hergestellte Baumwollkleidung, weil sie noch mehr natürliche ätherische Öle enthält, wurde hier im Forum mal geschrieben.

Wenn man Synthetik besser verträgt, sollen wohl in Deutschland hergestellte Synthetikfasern am besten sein, weil sie nicht diese ganzen Schadstoffe enthalten wie dieser China-Kram. Das steht zumindest im Buch "Umweltmedizin für Heilpraktiker".

Bei mir ist es so, dass ich nur neue Sachen nicht vertrage. Sie müssen auf jeden Fall in Milch eingeweicht worden und ein paar Mal gewaschen sein, sonst bekomme ich starke Hirnsymptome. Aber dann geht es eigentlich ganz gut.
Mit Bio-Kleidung habe ich Gott sei Dank keine Probleme.

Was bei mir aber garnicht geht, sind konventionelle Leggings und Strumpfhosen, also Sachen, die eng an der Haut schubbern. Die kann ich nicht tragen, wenn ich außer Haus bin, sonst hab ich überall an den Oberschenkeln Quaddeln. Da geht wirklich nur meine Hess Natur Strumpfhose.

Und Synthetik geht bei mir leider auch überhaupt nicht. Das knistert ganz furchtbar an meinem Körper und meine Haare stehen mir sofort zu Berge.
Außerdem fühle ich mich darin wie in ner Plastiktüte, und es riecht nach ner Weile unangenehm nach Schweiß.

Ich denke, da muss jeder individuell ausprobieren, was er verträgt und was nicht. Das ist ja auch bei allen sehr unterschiedlich, auf was man reagiert und welche Symptome man hat.
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Beitragvon Monja » Mittwoch 18. November 2009, 14:15

Hallo Futzi,
lustiger Name aus den uralten Western, wie? :-)
Ich hab grad letztens 2 x 24 Std. einen Mantel mit viel Kaiser-Natron
in der Wanne eingeweicht, dann draußen lüften lassen. Hast du das
schonmal probiert? Kannst es auch in der Waschmaschine machen. Habe in
der Wanne erst Handtücher über das Wasserbad gelegt und dann alles mit
Plastiktüten abgedeckt. Allerdings ging es um Duft im Mantel, eine etwas
andere Sache als deine, dennoch würde ich es mal versuchen, hier benutzen
viele Kaiser-Natron für die Kleidung. Gibts in Drogerien und Apotheken.
Dann hilft mir auch noch gut, wenn ich die Wäsche auf 95 Grad koche. Ver-
such es doch einfach mal, mehr Rat weiß ich auch nicht.

Herzlichst Monja

PS: oder kann die Reaktion von deinem Waschmittel kommen? Unbedingt Bio ohne
Düfte kaufen oder mit Grüner Seife oder Kernseife, Seifenflocken, Waschnüsse.


- Editiert von Monja am 18.11.2009, 13:16 -
Monja
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Beitragvon Sina » Freitag 20. November 2009, 15:21

Hallo Futzi,

Also, bei mir hilft da nur der Riechtest. Ist zwar blöd, weil man da ja auch etwas abbekommt, aber ich merke dann innerhalb von Sekunden, ob ich das Kleidungsstück nehmen kann.
Was anderes ist mir noch nicht eingefallen. Ein paar Mal waschen hift natürlich auch noch.

Und am besten nicht so viel neues kaufen; dann hat man seine Ruhe und keine Symptome. Oder wie wär`s mal mit secondhand?

Viele Grüße von Sina
- Editiert von Sina am 20.11.2009, 14:22 -
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Beitragvon futzi » Samstag 21. November 2009, 15:50

[quote]ökotex-siegel sagt nicht aus, dass das schadstofffrei ist. da solltest du wirklich BIO-Kleidung kaufen.

PS ich vertrage keine Naturfasern, ich trage seit über 15 Jahren nur Synthetiks.[/quote]
Hallo Clarissa, Danke für die Tips. Leider vertrage ich Biokleidung auch nicht, selbst die mit dem höchsten Ökostandard, das soll "IVN zertifizert Best" sein. Und an den synthetischen Sachen ist das Zeug was mich stört auch dran. Es ist, als ob da seit 4 Jahren überall eine neue Chemikalie dran wäre, die man auch nicht rauswaschen kann.
futzi
 

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Beitragvon futzi » Samstag 21. November 2009, 15:53

[quote]Manche MCS-Erkankte vertragen Bio-Baumwolle noch schlechter als konventionell hergestellte Baumwollkleidung, weil sie noch mehr natürliche ätherische Öle enthält, wurde hier im Forum mal geschrieben.

Wenn man Synthetik besser verträgt, sollen wohl in Deutschland hergestellte Synthetikfasern am besten sein, weil sie nicht diese ganzen Schadstoffe enthalten wie dieser China-Kram. Das steht zumindest im Buch "Umweltmedizin für Heilpraktiker".

Bei mir ist es so, dass ich nur neue Sachen nicht vertrage. Sie müssen auf jeden Fall in Milch eingeweicht worden und ein paar Mal gewaschen sein, sonst bekomme ich starke Hirnsymptome. Aber dann geht es eigentlich ganz gut.
Mit Bio-Kleidung habe ich Gott sei Dank keine Probleme.

Was bei mir aber garnicht geht, sind konventionelle Leggings und Strumpfhosen, also Sachen, die eng an der Haut schubbern. Die kann ich nicht tragen, wenn ich außer Haus bin, sonst hab ich überall an den Oberschenkeln Quaddeln. Da geht wirklich nur meine Hess Natur Strumpfhose.

Und Synthetik geht bei mir leider auch überhaupt nicht. Das knistert ganz furchtbar an meinem Körper und meine Haare stehen mir sofort zu Berge.
Außerdem fühle ich mich darin wie in ner Plastiktüte, und es riecht nach ner Weile unangenehm nach Schweiß.

Ich denke, da muss jeder individuell ausprobieren, was er verträgt und was nicht. Das ist ja auch bei allen sehr unterschiedlich, auf was man reagiert und welche Symptome man hat.[/quote]
Hallo Anna-Lena,
Danke für die Tips, was bringt den das in der Milch einweichen, Hab ich noch nie gehört, machst Du das mit all deinen Klamotten?
futzi
 

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Beitragvon Anna-Lena » Samstag 21. November 2009, 16:26

Hallo futzi

Ja, das mache ich mit allen Klamotten, die entweder neu oder mit Parfüm kontaminiert sind.
Man weicht sie in einer Mischung aus Milch und Wasser (1:1) über Nacht ein und wäscht sie anschließend mit parfümfreiem Waschmittel (am besten im Waschgang noch etwas Zeolithhaltigen Weichspüler von Sodasan oder etwas Natron hinzufügen).
Die Milch löst fettlösliche Chemikalien heraus, also jene, die man nur mit Wasser und Waschmittel nicht entfernen kann, und Parfüm ist ebenso fettlöslich und lässt sich nur mit dieser Methode entfernen.
Je nachdem, wie stark die Kleidung belastet ist, muss man den Vorgang einige Male wiederholen.
Die Waschtemperatur sollte man evtl. auch etwas höher einstellen als auf dem Etikett angegeben (statt 40° z.B. 60°), das spült auch noch ein bisschen mit heraus.

Farbstoffe sind übrigens auch problematisch und je dunkler bzw. kräftiger der Farbton, umso mehr Chemie steckt drin, die wir dann durch das Schwitzen und die Erwärmung unseres Körpers über die Haut wieder aufnehmen.
Am besten sind daher möglichst helle, und am besten ungefärbte Naturstoffe (oder mit pflanzlicher Farbe gefärbt, falls man es verträgt).
Fernhalten sollte man sich von Sachen mit der Aufschrift \"kann ausbluten\" oder \"separat waschen\", und die meisten und schädlichsten Farbstoffe stecken laut \"Umweltmedizin für Heilpraktiker\" in schwarzen und blauen Stoffen.

- Editiert von Anna-Lena am 21.11.2009, 15:27 -
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