Schellack auf Putz

Schellack auf Putz

Beitragvon carbo_m » Dienstag 31. August 2010, 10:32

Hallo Zusammen,

ein neuer Versuch eines weiteren Baubiologen unser neues Haus für mich bewohnbar zu machen:
Er will alle Wände innen mit Schellack maskieren, versiegeln.
Meine Fragen dazu:
Hat jemand Erfahrung mit Schellackversiegelung auf Kalk- oder auch auf anderen Putzen??

Kennt jemand die Wasserdampfdiffusionswiderstandsleitzahl µ (gesprochen mü) von Schellack oder den sd-Wert (bei angenommener Schichtdicke von 0,1 bis 0,2 mm).

Ich fürchte es wird wieder ein weiterer teurer und mir auch viele Schmerzen bereitender Versuch (ich muß immer wieder das Haus betreten, auch um es den Beratern zu zeigen und Handwerker einzuweisen und die Arbeiten zu überwachen).

Irgendwo habe ich einen vermuteten sd-Wert für Schellack von 1m gelesen - das wäre zu wenig an Dampfsperrwirkung, damit ich mich ohne die Folterqualen durchs Haus bewegen kann.

Gerade während ich das tippe ist wieder ein Vermieter per Telefonanruf abgesprungen, der mir ab Winter für ein Jahr ein Notquartier freihalten, geben wollte. Er sprang ab, als er las, wie dramatisch mcs in der Schußphase werden kann.

Ich hatte ihm einen Artikel ausgedruckt, weil er mcs zu kennen glaubte und meinte, dass sei nur psychisch und mit pentagramm-analyse zu beheben. - Hätte ich vielleicht nicht tun sollen, ihm die Dramatik der Erkrankung aufzuzeigen.

Da ich schon mal 1991/92 ohne Wohnung dastand und insbesondere der letzte Winter ein Horror für mich war, erreicht die Panik in mir neue Rekordhöhen. Auch wegen zusätzlichem ehs geht einfach keine Mietwohnung mehr

Um jede Erfahrung mit Schellack (oder anderen verträglichen Versiegelungen) für große Flächen, besonders auf mineralischen Untergründen wäre ich sehr dankbar.

beste Grüße
Carbo
carbo_m
 

Schellack auf Putz

Beitragvon Cosi » Dienstag 31. August 2010, 10:58

Hallo Carbo,

ich habe schon gehört, dass Chemikaliensensible die Wände mit Wasserglas verträglich bekommen haben.
Ob das bei Deinem Untergrund geht weiß ich nicht, aber vielleicht hat jemand im Forum mehr Ahnung
und kann Rat geben.

Liebe Grüße, und bleibe stark,
Cosi
Cosi
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Schellack auf Putz

Beitragvon mirijam » Dienstag 31. August 2010, 11:14

Vielleicht hilft dir diese Info weiter, scheint interessant zu sein. Es ist eine PDF-Datei. Dort ab Seite 19 geht es um die Rolle des Wassers in der Bauphysik (Saug-, Isolationsvermögen, Wärmeleitfähigkeit, Dampfwiderstand etc.)

Hier der Link:
http://www.ruco.ch/download/Malermagazine/05%20Spezial%205%20Renovationsanstriche.pdf
mirijam
 

Schellack auf Putz

Beitragvon mirijam » Dienstag 31. August 2010, 11:39

Man sollte auch die Eigenschaften von Schellack beachten, wenn man eine Entscheidung trifft.

"Schellack ist in der Kälte und bei Zimmertemperatur sehr spröde und brüchig, ziemlich hart, geruch- und geschmacklos. Er schmilzt beim Erhitzen und verbreitet bei höherer Temperatur einen angenehmen Geruch. Er brennt mit hell leuchtender Flamme. Schellack ist unlöslich in Wasser, quillt aber bei Kontakt mit Wasser und ist daher nicht wasserfest. Er ist löslich in Ethanol (bis auf das beigemengte Wachs), Borax, Ammoniak und Alkali-Carbonaten und in einer Mischung von 1 Teil Wasser und 10 Teilen Aceton, jedoch nicht in wässrigen Säuren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Moleküle des Harzes Carbonsäuren enthalten, die in basischen Lösungen zu Ionen deprotoniert werden. Das vorher unpolare und hydrophobe organische Molekül wird dadurch polar genug, um von Wasser gelöst zu werden."

http://de.wikipedia.org/wiki/Schellack#Eigenschaften
mirijam
 

Schellack auf Putz

Beitragvon mirijam » Dienstag 31. August 2010, 11:43

Noch ein Fund mit Links zum Stöbern (auf der linken Seite sind Textabschnitte in deutscher Sprache mit dazu gehörigen Links, die man anklicken kann):

http://www.linguee.de/deutsch-englisch/uebersetzung/schellack.html
mirijam
 

Schellack auf Putz

Beitragvon Mia » Dienstag 31. August 2010, 15:21

Der Baubiologe könnte Dir eine Probe erstellen, z.B. Schellack auf einen Kalksandstein auftragen o.ä. und ihn Dir nach dem Trocknen geben. Ich kenne eine MCS-Patientin, die alle verwendeten Farben oder Holzöle ihrer Wohnung als Materialprobe in eine Plastiktüte getan, unter die Heizung gelegt und dann nach mehreren Stunden diese geöffnet hat, um den Geruch zu testen. Nur Materialien, die sie so verträglich fand, hat sie für den Innenausbau dann verwendet.

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Schellack auf Putz

Beitragvon carbo_m » Dienstag 31. August 2010, 23:02

ich dank Euch für Eure Beiträge!

@cosi
Kaliwasserglas ist wirklich gut Wassersperrend leider aber nicht Wasserdampfsperrend. Wäre sonst tatsächlich prima.

@mirijam
danke für die Links. insbesondere der erste war sehr aufschlußreich;
der zweite macht mir etwas Sorgen zur Verwendung von Schellack auf Kalkputz, da dieser ja schon ziemlich alkalisch ist und in jedem Raum Feuchteschwankungen existieren, da wird der Schellack ev. schon etwas angelöst. Falls es da dann micro-blasen gäbe, wäre das kontraproduktiv. - ich gehe das mit dem baubiologen noch durch.

- Schade es scheint immer mehr dass meine bisher letzte Hoffnung, der Anstrich mit Schellack doch nicht ganz unproblematisch ist, (oft ist das darin enthaltene Lösemittel Ethanol noch vergällt, obwohl gesetzlich nicht nötig, da Schellack ein Vergällungsmittel ist) und die Wasserdampfbremse von Schellack ist leider nicht so hoch ca. 1m bis 5m.

@mia
die verstärkte Probe durch Aufheizen des Probematerials in einer Plastiktüte (ev. besser in einer neutralen Alutüte) ist ein guter Tipp.
Muss jetzt nur noch eine Heizmöglichkeit finden. Meine Vermieterin ist mit Heizenergie sehr geizig und der Backofen/die Küche ist mit Alu abgeklebt. Aber ich habe schon eine Idee.

lg Carbo
carbo_m
 

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Beitragvon mirijam » Mittwoch 1. September 2010, 01:11

Carbo,

es klingt banal, doch man darf seine Hoffnung auf Besserung der Situation nicht aufgeben. Ich drück' dir ganz fest die Daumen, dass du eine brauchbare Lösung findest.
mirijam
 

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Beitragvon Karlheinz » Mittwoch 1. September 2010, 07:55

Erstmal mit einem Raum ausprobieren, nicht gleich die ganze Wohnung.
Karlheinz
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